Dokumentation: Geheimer Nazitreffpunkt in Wuppertal-Vohwinkel

UPDATE – 27.01.2013

Seit November 2013 haben die Wuppertaler Nationalsozialisten einen Gewerberaum in der Ludwig-Richter-Str. 12-14 angemietet und versuchen dort einen geheimen Nazitreffpunkt aufzubauen.
Nach Recherchen der Antifaschistischen Initiative Wuppertal hat der stadtbekannte Nazi Markus Hohnholz die Räumlichkeiten im Hinterhof der Ludwig-Richter-Straße für seine angebliche “Reinigungsfirma” angemietet.
Leider hat die Polizei, die seit Mitte Dezember 2013 den neuen Nazitreffpunkt kannte und zeitweise observierte, weder die Wuppertaler Öffentlichkeit noch die Medien informiert.
Auch die Vermieterin des Gewerberaums, eine Frau aus Mettmann, wurde – anders als die Polizei gegenüber Pressevertretern behauptet – zunächst nicht von der Polizei über die Nazi-Anmietung informiert. Das hat dann die Antifa übernommen. Die Vermieterin war bei der Vermietung vollkommen ahnungslos: Nachdem die Vermieterin durch die Antifaschistische Initiative über das rechtsradikale Vorleben von Markus Hohnholz informiert wurde, fiel sie aus allen Wolken. Sie erzählte, dass sie schön Ärger mit Hohnholz hatte, weil er nicht mal die Miete bezahlt. Außerdem berichtete sie, dass Hohnholz die Fenster seiner angeblichen Reinigungsfirma blickdicht abgeklebt hatte.

Wir hoffen natürlich, dass die getäuschte Vermieterin kein Interesse an einem Nazitreffunkt in ihrer Immobilie hat und die Nazis mit mietrechtlichen Mitteln schnell herauswirft.

Kein Platz für Nazis in Wuppertal 27.1.2014

Wir dokumentieren an dieser Stelle die heutige Pressemitteilung der “Antifaschistischen Initiative Wuppertal”:

Geheimer Nazitreffpunkt in Wuppertal-Vohwinkel

Seit November 2013 haben die Wuppertaler Nationalsozialisten einen Gewerberaum in der Ludwig-Richter-Str. 12-14 angemietet und versuchen dort einen geheimen Nazitreffpunkt aufzubauen. Mindestens drei überregional besuchte Naziveranstaltungen fanden dort bisher statt.
Zuletzt feierten am Samstag, 11. Januar 2014 Nazis die Freilassung ihrer Nazikameraden vom Aktionsbüro Mittelrhein, die wegen Bildung bzw. Unterstützung einer kriminellen Vereinigung vor dem Landgericht Koblenz angeklagt sind. Nach Angaben der Nazis nahmen „gut 80 Kameraden“ an der Feier teil.

Stadtbekannter Nazi hat Gewerberaum angemietet

Nach Recherchen der Antifaschistischen Initiative Wuppertal hat der stadtbekannte Nazi Markus Hohnholz die Räumlichkeiten im Hinterhof der Ludwig-Richter-Straße für seine angebliche „Reinigungsfirma“ angemietet. Die Vermieterin war bei der Vermietung ahnungslos und wird jetzt hoffentlich schnell für ein mietrechtliches Ende des Nazitreibens in Vohwinkel sorgen.
Dass die Wuppertaler Nazis, die unter dem Label „Die Rechte“ auch bei der Kommunalwahl im Mai antreten wollen, gerade in Vohwinkel einen geheimen Szenetreffpunkt etablieren möchten, ist höchst bedenklich.
Mitglieder der „Nationalen Sozialisten Wuppertal“ (jetzt „Die Rechte“) sind für zahlreiche Gewalttaten in Wuppertal verantwortlich. Zur Zeit läuft vor dem Wuppertaler Landgericht ein Prozess gegen vier brutale Nazischläger aus eben diesem Stadtteil. Unter den Angeklagten befindet sich der zur Zeit in U-Haft sitzende Vorsitzende des „Die Rechte“-Kreisverbands Wuppertal Matthias Drewer. Die Gruppe war mit weiteren Nazis im September 2011 an einem organisierten Überfall auf Linke und Alternative auf dem Vohwinkler Flohmarkt beteiligt.
Es ist zu befürchten, dass sich das Gefahrenpotential für nicht in das Weltbild der Neonazis passende Menschen deutlich erhöht, da durch die von Nazis genutzten Räumlichkeiten ein Versammlungspunkt und Rückzugsort nach Gewalttaten und anderen Aktionen geschaffen wird. Mit der Anmietung wollen sie unbemerkt einen Stützpunkt in der Stadt schaffen, von dem aus sie ihre Vernetzungs- und Planungsarbeit mit anderen Nazi-Gruppierungen durchführen können. Auch gibt es ihnen die Möglichkeit über Veranstaltungen wie Vorträge, Kameradschaftsabende und Partys den Szenezusammenhalt zu stärken.
Es ist also dringend geboten, dafür zu sorgen, dass sich ein Nazitreffpunkt in Vohwinkel nicht festsetzen kann.

Markus Hohnholz - Naziaufmarsch am 21.09.2013 in Wuppertal
Markus Hohnholz auf dem Naziaufmarsch am 21.09.2013 in Wuppertal

3 Kommentare:

  1. Neuer Nazi-Treff in Wuppertal?: (16.38 Uhr)

    In Wuppertal gibt es nach Angaben einer Antifaschistischen Initiative einen neuen Nazi-Treffpunkt. In Vohwinkel habe ein stadtbekannter Rechtsextremer dafür einen Gewerberaum für eine Reinigungsfirma angemietet. Die Polizei beobachtet diesen Treffpunkt schon seit Ende letzten Jahres. Sie hat bereits die ahnungslose Vermieterin informiert und beraten. Diese prüft nun zivilrechtliche Möglichkeiten. Im Januar haben Beamte dort kontrolliert und auch eine Feier mit 60 bis 80 Rechtsextremen beobachtet. Dazu waren auch Nazis aus anderen Städten angereist. Wenn Rechtsextreme in Wuppertal einen neuen Treffpunkt suchten, sei das bedenklich, sagte Polizeipräsidentin Birgitta Radermacher. Die Polizei dulde keinerlei Rechtsbruch und werde konsequent handeln.

  2. Radio Wuppertal – 22.01.2014

    Vermutlich neuer Neonazi-Treff in Vohwinkel

    In Vohwinkel ist offenbar ein neuer Nazitreff entstanden. Die Wuppertaler Polizei bestätigt eine Mitteilung der sogenannten Antifaschistischen Initiative, wonach ein Mitglied der rechten Szene in Vohwinkel einen Gewerberaum gemietet hat. Die Polizei beobachtet die Immobilie, so zum Beispiel auch eine Feier, die dort Anfang Januar stattfand. Daran sollen rund 80 Rechtsradikale teilgenommen haben. Vor der Feier hatte die Polizei auch schon eine Kontrolle durchgeführt und Personalien festgestellt. Polizeipräsidentin Birgitta Radermacher sagte, dass es bedenklich und mehr als unerfreulich sei, wenn Neonazis in Wuppertal einen neuen Treffpunkt suchen. Vor einiger Zeit hatte eine Wohngemeinschaft in Vohwinkel als Nazihochburg gegolten.

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    WZ – 21.01.2014

    Polizei nimmt Neonazi-Immobilie in Vohwinkel ins Visier

    Ermittler haben die Vermieterin informiert. Bislang keine „strafbaren Handlungen“.

    Vohwinkel. Nach eigenen Angaben hat die Polizei seit mehreren Wochen einen Gewerberaum in Vohwinkel im Visier. Grund: Ein Wuppertaler, der seitens des Staatsschutzes der rechten Szene zugeordnet wird, hat die Immobilie angemietet. Dort sollen Szeneveranstaltungen und Polizeikontrollen stattgefunden haben. Strafbare Handlungen seien nicht festgestellt worden. Anzeigen oder Beschwerden mit politisch motiviertem Hintergrund seien bislang nicht eingegangen.

    Allein von der Anmietung beziehungsweise von dem angeblichen Neonazi-Treffpunkt gehe derzeit keine direkte Gefahr aus, heißt es bei der Polizei. Jedoch bestehe immer die Gefahr körperlicher Auseinandersetzungen, wenn extreme politische Gruppierungen aufeinandertreffen. So geschehen beispielsweise beim Vohwinkeler Flohmarkt des Jahres 2011. Wie berichtet, müssen sich derzeit vier Neonazis wegen des damaligen Prügelangriffs auf Personen des linken Spektrums in einem Berufungsverfahren vor dem Wuppertaler Landgericht verantworten.

    Derartigen Übergriffen will die Polizei vorbeugen. Unter anderem sei die „nichtsahnende Vermieterin“ informiert und beraten worden. Sie prüfe derzeit ihre zivilrechtlichen Möglichkeiten, um das Mietverhältnis zu lösen. Zudem beobachten zivile und uniformierte Polizeibeamte die Immobilie und die Personen, die dort verkehren.

    „Wir haben die Szene im Blick.“
    Birgitta Radermacher, Polizeipräsidentin

    Polizeipräsidentin Birgitta Radermacher: „Wenn Nazis in Wuppertal einen neuen Treffpunkt suchen, ist das bedenklich und eine mehr als unerfreuliche Entwicklung. Aber wir haben die Szene im Blick und dulden keinerlei Rechtsbruch.“ Die Naziszene in Wuppertal müsse weiterhin „immer und überall“ damit rechnen, auf die Polizei zu treffen.

    Wie berichtet, war die Polizei unter anderem im Zuge der Prügelattacke auf dem Flohmarkt vor zweieinhalb Jahren in die Kritik geraten. Die Behörde steuerte mit dem Projekt „Hellwach“ – unter anderem mit Personalaufstockung und erhöhtem Kontrolldruck. Effekt: Zuletzt waren die Straftaten aus der extremistischen Szene deutlich zurückgegangen. spa

  3. „Nationalist ins Rathaus“

    Vier Monate vor der Kommunalwahl in Nordrhein-Westfalen zeichnet sich ab, dass Christian Worchs Neonazi-Partei außer in Dortmund und Hamm auch in Wuppertal antreten will.

    Damit wäre das 340 000 Einwohner zählende Wuppertal am 25. Mai die einzige Großstadt, in der gleich vier Rechtsaußen-Parteien an den Start gehen. Mit jeweils einem Mandat im Rat vertreten sind derzeit Republikaner und NPD, die 2009 auf 1,6 beziehungsweise 0,9 Prozent kamen. Sie wären von der lästigen Pflicht befreit, Unterstützungsunterschriften sammeln zu müssen. Für zwei andere Formationen ist hingegen Klinkenputzen angesagt: Neben der „Rechten“ will auch „pro NRW“ erstmals in der Stadt im Bergischen Land antreten.

    Bereits seit Wochen verbreitet „Die Rechte“ (DR) in sozialen Netzwerken Grafiken, die möglicherweise als Plakatentwürfe dienen. Die optische Gestaltung wirkt ebenso schlicht wie die verwendeten Parolen: „Linken Chaoten Die Rechte geben!“ oder etwa „Mit Vollgas in den Stadtrat! Deutsch wählen!“ Kurz nach Weihnachten startete „Die Rechte“, deren Kreisverband die Nachfolge der Neonazi-Gruppe „Nationale Sozialisten Wuppertal“ angetreten hat, einen Spendenaufruf. „Möglichst flächendeckend plakatieren“ wolle man. „Die Kosten für ein Wahlplakat belaufen sich inkl. aller weiteren Materialkosten auf etwa 1,50 – 2 Euro. Das heißt: Jeder Euro hilft uns und wird zu 100% für Die Rechte-Wahlplakate verwendet!“
    DR-Kreisvorsitzender in der JVA

    Will die Partei stadtweit antreten, muss sie Kandidaten für alle 33 Wahlbezirke nominieren. Wen „Die Rechte“ als „Spitzenkandidaten“ ins Rennen um ein Ratsmandat schicken will, ist bisher nicht bekannt. Im Oktober teilte die Partei lediglich mit, es könne gut sein, dass künftig ein „prominenter Nationalist aus Wuppertal im Rathaus sitzen“ werde. Nicht ausgeschlossen, dass damit der DR-Kreisvorsitzende Matthias Drewer gemeint war. Der sitzt zwar jetzt schon, aber nicht im Rathaus, sondern in der JVA Wuppertal-Ronsdorf. Wegen eines brutalen Überfalls auf Neonazi-Gegner hatte ihn das örtliche Amtsgericht im vorigen März zu zwei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Derzeit läuft das Berufungsverfahren vor dem Landgericht.

    Anfang der Woche wurde nach Recherchen der Antifaschistischen Initiative Wuppertal bekannt, dass „Die Rechte“ Räumlichkeiten nutzen kann, die Ex-NPD-Mitglied Markus Hohnholz seit November am Rande eines Gewerbegebiets im Stadtteil Vohwinkel angemietet haben soll. Mindestens drei überregional besuchte Veranstaltungen der Szene fanden den Informationen zufolge dort bisher statt – am 11. Januar auch ein Treffen der DR, bei dem die Angeklagten des Verfahrens gegen das neonazistische „Aktionsbüro Mittelrhein“ bejubelt wurden. „Gerade eben endete eine Feier unseres Kreisverbandes für die vor wenigen Tagen aus der U-Haft in Koblenz entlassenen Kameraden“, ließ der DR-Kreisverband direkt danach wissen: „Gut 80 Kameraden feierten diesen fröhlichen Anlass.“ Die Polizei teilte einem Bericht der „Westdeutschen Zeitung“ zufolge mit, die bei Abschluss des Vertrags „nichts ahnende Vermieterin“ prüfe derzeit zivilrechtliche Möglichkeiten, um ihren Mieter wieder loszuwerden.

    22.01.2014 – Von Tomas Sager

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