Nie wieder Auschwitz! Holocaust-Gedenktag in Wuppertal

17:30 Uhr – City-Arcaden Wuppertal-Elberfeld
Gedenkrundgang zum Befreiungstag von Auschwitz

Am 27.1.1945 wurde das Vernichtungslager Auschwitz von der Roten Armee befreit. Wir gehen auch dieses Jahr wieder auf die Straße!

Dieses Jahr möchten wir besonders an den jüdischen und sozialdemokratischen Widerstandskämpfer Oswald Laufer erinnern, der vor 85 Jahren am 7. März 1933 von SA-Männern auf offener Straße getötet wurde.

Oswald Laufer war das erste jüdische NS-Opfer in Wuppertal aus Wuppertal. Mindestens 1.447 Wuppertaler Juden und Jüdinnen wurden Opfer der Nazibarbarei.

Oswald Laufer war Mitglied der SPD und der sozialdemokratisch orientierten Wehrorganisation „Reichsbanner“.

Er war ein aktiver Antifaschist, der sich an den Straßenkämpfen gegen die Nazis beteiligte und mithalf, die Wohnquartiere gegen die Übergriffe der SA zu verteidigen.

Kurzbiographie:

Oswald Laufer wurde am 8. April 1905 in Elberfeld geboren. Er war gelernter Kaufmann und arbeitete im Altwarengeschäft seines Vaters Simon Laufer in der Wilhelmstraße 45 mit. Während seine Eltern aktive Mitglieder der jüdischen Gemeinde Elberfelds waren, schloss sich Laufer der Arbeiterbewegung an. Er wurde Mitglied der SPD und des Reichsbanners, wo er seit Ende 1930 einer der Führer der Elberfelder Schutzformation war. Durch die häufigen Einsätze im Saal- und Kundgebungsschutz war er regelmäßig in massive Schlägereien, in erster Linie mit der SA, verwickelt. Im Juni 1932 kam es nach der Aufhebung eines zeitweilig verhängten Verbots der SA zu Auseinandersetzungen der SA mit antifaschistischen Gruppen, die sich formierten, um ihre Wohnquartiere gegen Übergriffe der SA zu schützen. An einer solchen „Zusammenrottung linksgerichteter Kreise“, wie es später das Schöffengericht in seinem Urteil formulieren würde, beteiligte sich am Rommelspütt auch Laufer. Offenbar war er einer der Wortführer der etwa hundert Antifaschisten, die eine kleine Gruppe der SA angriffen und die Wilhelmstraße hinaufjagten. Mehrere Zeugen bestätigten den Ausruf Laufers: „Jungens, das sind die Nazis, dran!“ Im Oktober 1932 wurde er deshalb, nach einer Anzeige eines dieser Angegriffenen, zu vier Monaten Gefängnis wegen Landfriedensbruchs verurteilt. Er musste die Haftstrafe aber nur teilweise absitzen, da er kurz vor Weihnachten aufgrund einer Amnestie des Reichspräsidenten frühzeitig entlassen wurde. Laufer, der offenbar auch Verbindungen zum „Stützpunkt Süd“ im Lokal der Witwe Runkel hatte, war als militanter Nazigegner jüdischer Abstammung zu einem erklärten Hauptfeind der Elberfelder SA geworden. Nach dem Reichstagsbrand nahm ihn die Polizei für eine Woche in „Schutzhaft“. Während dieser Zeit erhielt Laufer ein Schreiben von einer „Terror Abwehrgruppe“, die ihn ultimativ aufforderte, Deutschland zu verlassen. Am 7. März 1933 gegen 13 Uhr setzte ihn die Polizei wieder auf freien Fuß, und er kehrte in die Wilhelmstraße in die Wohnung seiner Eltern zurück. Seine vorübergehende Abreise aus Wuppertal, Laufer wollte zu seiner Schwester nach Hamburg, war längst geplant. Er konnte sich aber nicht durchringen, in der angespannten politischen Situation seine Reichsbanner-Kameraden im Stich zu lassen, und schob die Reise auf. Fünf SA-Männer, Angehörige der Wache des Sturmlokals der SA in der Luisenstraße, hatten den Auftrag erhalten, Laufer zu ermorden. Die Gruppe kam angeführt von Truppführer Willi Schneider mit sichtbar umgeschnallten Pistolen die Wilhelmstraße herauf und sah Laufer vor dem Geschäft seiner Eltern stehen, wo er gerade mit einem anderen Elberfelder Reichsbannerführer sprach. Schneider sprach Laufer an und schlug ihm unvermittelt auf den Hals. Der so Attackierte flüchtete die Wilhelmstraße hinauf und lief in die Toreinfahrt des Hauses Nummer 35. Während ihm Schneider und zwei SA-Männer mit gezogenen Pistolen nachliefen, sicherten die beiden anderen den Eingang Wilhelmstraße hin ab. Die Ermittlungen ergaben, dass Laufer gegen 18.10 Uhr durch drei Pistolenschüsse in Hals und Brust getroffen wurde und noch am Tatort an innerer Verblutung starb. Dabei haben die drei SA-Männer nach den Ergebnissen der Autopsie auf ihr am Boden liegendes, sterbendes Opfer mit ihren schweren Stiefeln eingetreten. Die SA-Gruppe konnte sich trotz eines bereits anwesenden Schutzpolizisten unbehelligt entfernen, auch wenn aus der zusammengelaufenen Menschenmenge Rufe wie „Braune Schweine“ laut wurden. Das Ermittlungsverfahren gegen die Mörder wurde noch im März 1933 nach einer Amnestie für „Straftaten, die im Kampfe für die nationale Erhebung des Deutschen Volkes“ begangen worden waren, eingestellt. 1948 konnten zwei der drei noch lebenden SA-Männer wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu vier bzw. fünf Jahren Zuchthaus verurteilt werden. Laufer wurde 27 Jahre alt. Er ist auf dem jüdischen Friedhof in Wuppertal-Elberfeld beerdigt worden. Seit 1998 erinnert in der Wilhelmstraße eine Gedenktafel der SPD Wuppertal an seine Ermordung.
(www.gewerkschaftsprozesse.de)

19:00 Uhr – Citykirche Wuppertal-Elberfeld

Leider hat Max van den Berg für die Veranstaltung aus gesundheitlichen Gründen abgesagt.

Nie wieder Auschwitz!
Zeitzeugengespräch mit Max van den Berg (Amsterdam)

Max van den Berg (Jahrgang 1927) stammt aus einer jüdisch-sozialdemokratischen Diamantenarbeiter-Familie in Amsterdam.
Er erlebte den Februar-Streik 1941 und schloss sich noch als Schüler der kommunistischen Widerstandsbewegung an.
Er war nach 1945 Mitbegründer des Widerstandsmuseums in Amsterdam und des Nederlands Auschwitz Comité. Van den Berg ist bis heute politisch aktiv und engagiert sich u.a. gegen Nazigruppen wie die niederländische PEGIDA.
Max van den Berg tritt als Zeitzeuge in Schulen auf und spricht auf Gedenkfeiern wie zuletzt zum Gedenken an die Pogromnacht in Deutschland.

VeranstalterInnen: Verein zur Erforschung der sozialen Bewegungen im Wuppertal e.V. in Kooperation mit dem Regionalbüro Arbeit und Leben DGB/VHS Berg-Mark und
SJD – Die Falken KV Wuppertal – Bergisch Land, ASTA der Bergischen Universität Wuppertal, VVN-BdA NRW.

„Spanien war ihre Hoffnung“ – Lebensgeschichten Wuppertaler Spanienkämpfer

Ausstellung und Begleitprogramm in der ehemaligen Konsumgenossenschaft Vorwärts – Münzstraße (25.10.16-22.11.16)

Münzstraße 53. 42281 Wuppertal (erreichbar auch über die Nordbahntrasse Bhf Heubruch)

VeranstalterInnen: Verein zur Erforschung der sozialen Bewegungen im Wuppertal e.V. in Kooperation mit dem Förderverein Münzstraße e.V. , dem Regionalbüro Arbeit und Leben DGB/VHS Berg-Mark. Gefördert von der Landeszentrale für politische Bildung NRW und der Rosa Luxemburg Stiftung NRW

Öffnungszeiten:

28.10/31.10/2.11/3.11/4.11/7.11/11.11/15.11/18.11/
17:00-19.00 Uhr

5.11/6.11/19.11/20.11
13:00-18:00 Uhr

Führungen für Gruppen, Schulklassen etc. können über info@wuppertaler-widerstand.de vereinbart werden.

 Ausstellungsprogramm:

25.10.2016 | 17:30 Uhr | Rita und Izchok Gerszt Park
Eine Erinnerungstafel für die Brüder Zuckermann
mit Angehörigen der Widerstandskämpfer

25.10.2016 | 19:00 Uhr | Veranstaltungsraum der ehemaligen Konsumgenossenschaft Vorwärts Münzstraße

„Spanien war ihre Hoffnung“ – Lebensgeschichten Wuppertaler Spanienkämpfer
Ausstellungseröffnung mit Uli Klan (Musik) und einführendem Vortrag von Dieter Nelles

26.10.2016 | 17:00 Uhr | Bhf Steinbeck
Gedenkfeier am 75. Jahrestag der Deportation ins Ghetto Lodz. In Erinnerung an Samuel Zuckermann und die anderen 159 Wuppertaler Juden, die am folgenden Tag über Düsseldorf mit insgesamt 1000 Menschen deportiert wurden.

22.11.2016 | 19:00 Uhr | Veranstaltungsraum der ehemaligen Konsumgenossenschaft Vorwärts Münzstraße

Antifranquistischer Kampf und das Erbe des Spanischen Bürgerkrieges
Veranstaltung mit Alexandre Froidevaux (Berlin):
und mit ehemalige Aktivist*innen des Spanischen Zentrums Essen (angefragt)
Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der RLS NRW

Für die spanische Linke war der Bürgerkrieg ein einschneidendes Ereignis. Sie machte sich verschiedene Geschichtsbilder davon: Revolution versus Konterrevolution, Schlacht gegen den Faschismus, Verteidigung der Republik, Unabhängigkeitskrieg.
Die Erinnerungen an die Jahre 1936-1939 prägten ihre Identitäten in den Jahrzehnten danach und halfen bisweilen, Aktivist_innen im Kampf gegen die Franco-Diktatur zu mobilisieren.
Die Traumata, welche die gnadenlose Repression der Sieger_innen erzeugte, und die innerlinken Kämpfe der Bürgerkriegszeit belasteten jedoch den Widerstand gegen die Franco-Diktatur.

Gegengeschichten oder Versöhnung? Erinnerungskulturen und Geschichte der spanischen Arbeiterbewegung vom Bürgerkrieg bis zur Transición (1936-1982). Heidelberg, Verlag Graswurzelrevolution, 2015.

Alexandre Froidevaux hat in Freiburg und Valencia Geschichte und Romanistik studiert. Er ist Mitglied im Gesprächskreis Geschichte der Rosa-Luxemburg-Stiftung und lebt in Berlin.

Spielfilme zum Spanischen Bürgerkrieg

1.11.2016 | 20:00 Uhr | Jäger 90 (Wuppertal-Wichlinghausen – Bartholomäusstraße 25)
Fünf Patronenhülsen: DEFA-Kriegsdrama (1960) von Frank Beyer.
Drehbuch vom Wuppertaler Spanienkämpfer Walter Gorrish.
U.a. mit Armin Müller Stahl, Manfred Krug und Erwin Geschonneck.
Spanien 1936 während des Bürgerkriegs: Eine Handvoll Freiwilliger der Internationalen Brigaden soll den Rückzug ihres Bataillons decken. Doch die kleine Gruppe hat kaum Munition und wird bald vom Feind umzingelt, ihr Anführer schwer verwundet. Kurz bevor dieser stirbt, befiehlt er seinen Leuten, eine Zeichnung des Aufmarschplans der Faschisten am Ebro zum Stab durchzubringen. Die Einzelteile der Zeichnung verteilt er in fünf Patronenhülsen, von denen jeder der Freiwilligen eine an sich nimmt, um anschließend in der Hitze der Sierra ums Überleben zu ringen.

5.11.2016 | 19:00 Uhr | Am langen Handok (Wuppertal-Elberfeld | Marienstr. 49)
Tierra y Libertad – Land and Freedom
Spielfilm von Ken Loach
Liverpool 1994: Eine junge Frau findet ihren Großvater David bewusstlos auf dem Sofa liegend, auf dem Weg ins Krankenhaus stirbt er. Nach seinem Tod findet sie auf dem Schrank einen alten Koffer mit Briefen, Zeitungsausschnitten, Fotografien und ein mit Erde gefülltes rotes Halstuch. Sie beginnt, das ihr unbekannte Leben ihres Großvaters zu rekonstruieren:
Im Jahre 1936 entschließt sich der junge Erwerbslose David, ein englischer Kommunist, nach Spanien in den Kampf gegen das Franco-Regime zu ziehen. Er schließt sich einer Gruppe der revolutionären Miliz der POUM an und erlebt an der Aragon-Front und in Barcelona die Wirren des Krieges – den ungleichen Kampf gegen die Franco-Truppen und die internen Auseinandersetzungen auf republikanischer Seite.

Spanien war ihre Hoffnung

Rund 40.000 internationale Freiwillige kämpften in den Milizen und den Internationalen Brigaden oder als JournalistInnen und PropagandistInnen auf Seiten der Republik. Darunter waren rund 9.800 Franzosen/Französinnen, 4.000 ItalienerInnen, 4.000 PolInnen, 3.000 Deutsche, 2.700 US-AmerikanerInnen und 2000 BritInnen.

Wenn deren Engagement auch heute noch weltweit nachwirkt, hat dies auch mit der literarischen und künstlerischen Verarbeitung zu tun. Es gibt vermutlich kein anderes historisches Ereignis neben dem Spanischen Bürgerkrieg, an dem Intellektuelle und SchriftstellerInnen so stark engagiert waren und als SoldatInnen gekämpft haben.
George Orwell kämpfte in einer Miliz des POUM,André Malraux organisierte eine Fliegerstaffel, Gustav Regler war politischer Kommissar, Carl Einstein kämpfte in der Columna Durruti.
Groß war die Zahl der JournalistInnen, die Spanien während des Bürgerkrieges bereisten
und hofften, durch ihr Engagement die Spanischen Republik zu unterstützen. Dabei verschmolzen
tendenziell die Grenzen zwischen Berichterstattung und aktiver Teilnahme. So belieferte Gerta Taro mit ihrem damaligen Lebensgefährten Robert Capa die Welt mit sensationellen Fotografien vom Krieg in Spanien. Sie, die später selbst während der Schlacht um Brunete starb, soll gesagt haben: «Wenn man bedenkt, wie viele großartige Menschen, die wir kennen, allein in dieser Offensive umgekommen sind, kommt einem der absurde Gedanke, dass es irgendwie unfair ist, noch am Leben zu sein.»

 Wuppertaler Spanienkämpfer

Aus Wuppertal zogen 45 Freiwillige nach Spanien. Elf kehrten nicht zurück, sieben starben an der Front in Spanien. Ihre Biographien sind so unterschiedlich wie die damalige Wuppertaler Linke.

Unter ihnen waren überzeugte Parteikommunisten wie der spätere DDR-Innenminister Friedrich Dickel oder der KPD-Bundestagsabgeordnete Walter Vesper, Anarchosyndikalisten wie Helmut Kirschey und Fritz Benner, der Sozialdemokrat Georg Karrenberg oder KPD-Mitglieder wie Arthur Gießwein, der sich im Internierungslager Gurs der antistalinistischen 9. Kompanie anschloss.

Die Mehrheit der Wuppertaler Freiwilligen kämpfte in den Internationalen Brigaden an. Fünf Freiwillige kämpften in der anarchistischen Miliz Columna Durruti.

Nach dem Ende des Spanischen Bürgerkrieges waren die Freiwilligen buchstäblich über die ganze Welt verteilt. In Frankreich wurden sie unter lebensbedrohlichen Bedingungen zunächst in Internierungslagern wie Gurs eingesperrt. Bei Kriegsbeginn wurde ihnen von der französischen Regierung das Angebot gemacht, in die französische Fremdenlegion einzutreten. Die meisten KPD-Anhänger weigerten sich, sie lehnten auch in ihrer Mehrheit den Dienst in einer (zivilen) Arbeitskompanie ab. Die Anhänger der KPD setzten zum Teil auf die neuen Bündnisverhältnisse nach dem Hitler-Stalin-Pakt und folgten wie Otto Gilde nach der deutschen Besetzung Frankreichs der Direktive der KPD-Zentrale „freiwillig“ nach Deutschland zurückzukehren. Die meisten Rückkehrer wurden bis zum Kriegsende in Konzentrationslager eingesperrt.
Acht Wuppertaler Spanienkämpfer blieben in Frankreich und schlossen sich der Résistance an. Helmut Kirschey und Fritz Benner retteten sich nach Schweden. Rudolf Zuckermann gelangte nach Mexiko. Carl Coutelle arbeitete als Arzt für das Chinesische Rote Kreuz auf Seiten der Armee von Chiang Kai-shek in Südchina und Britisch-Indien. Hans Schubert und Friedrich Dickel wurden bereits im April 1937 aus Spanien abgezogen und gingen nach einer Agentenausbildung bei Moskau zum Einsatz nach Shanghai. Der Brigadekommissar der XI. Internationalen Brigade (IB) Eugen Schwebinghaus wurde am 23. April 1943 in Amsterdam verhaftet, vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und am 24. August 1944 im Gefängnis Bruchsal hingerichtet. Artur Dorf, der zeitweise Politkommissar XI. IB und Kommandeur des Etkar André Bataillons war, fiel in Ungnade und wurde degradiert. Er kämpfte nach seiner Internierung in Frankreich und Nordafrika 1943/1944 in einer Sondereinheit des amerikanischen Geheimdienst OSS, die sich auf einen Fallschirmspringereinsatz in Italien vorbereitete. Walter Vesper kämpfte er in der französischen Résistance und war an dem spektakulären Gefängnisausbruch in Castrés beteiligt.

Einige der kommunistischen Spanienkämpfer machten später in der DDR erstaunliche Karrieren. Friedrich Dickel wurde Innenminister der DDR, Walter Vesper wurde nach seiner Übersiedlung in die DDR deren Botschafter in Ungarn und in der ČSSR. Der jüdische Spanienkämpfer und Kardiologe Rudolf Zuckermann hingegen, der trotz Warnungen 1953 aus dem mexikanischen Exil in die DDR ging, geriet in die stalinistische Kampagne der SED gegen sog. Westemigranten und Juden und wurde direkt nach seiner Einreise verhaftet. Zuckermann wurde später rehabilitiert und blieb in der DDR. Erst spät erhielt er eine Professur mit Lehrauftrag für Kardiologie an der Universität Halle.
Die große Hoffnung der (Wuppertaler) SpanienkämpferInnen, Hitler in Spanien zu schlagen, erfüllte sich nicht. Der Spanienkrieg wurde für die gesamte europäische ArbeiterInnenbewegung zu einer bitteren Niederlage in mehrfacher Hinsicht. Zunächst war es natürlich die vollständige militärische Niederlage. Die republikanischen Truppen konnten auf Dauer den von Nazi-Deutschland und Italien massiv unterstützten Franco-Truppen militärisch nicht genug entgegensetzen. Die Nichteinmischungspolitik Frankreichs und anderer Staaten ermöglichten den Durchmarsch von Franco und den endgültigen Sieg über die Spanische Republik.
Hart traf es die Freiwilligen auch, dass sich die Konflikte innerhalb der Linken entgegen aller Einheits- und Volksfronthoffnungen weiter verschärften. Die stalinistischen Säuberungen in der Sowjetunion warfen ihre Schatten auch auf Spanien. Spätestens nach den innerlinken Straßenkämpfen in Barcelona im Mai 1937 setzte eine Hatz auf Anarchisten, auf die linkssozialistische POUM und auf andere vermeintliche Trotzkisten ein. Der sowjetische Geheimdienst NKWD ließ in Zusammenarbeit mit dem republikanischen militärischen Geheimdienst SIM und den Abwehrleuten der KPD sog. feindliche Elemente verhaften und in nicht geringer Zahl in Geheimgefängnisse verschleppen.
Trotzdem hat der Kampf auf Seiten der Spanischen Republik auch 80 Jahre später (nicht nur) für die Beteiligten von damals einen herausragenden Platz in ihrer Geschichte. Dazu schrieb der Historiker Eric Hobsbawm:
„Was Spanien für Liberale und Linke in den dreißiger Jahren bedeutete, scheint heute nur noch schwer feststellbar. Doch für viele von ihnen, die überleben konnten und heute alle in biblischem Alter sind, scheint die Verteidigung ihrer Sache in diesem Land selbst rückblickend betrachtet die einzige politische Tat gewesen zu sein, die ihre Gültigkeit bewahrt hat. (…) Damals lief für alle, die gegen den Faschismus kämpften, die entscheidende Front in Spanien. Denn es war nicht nur die einzige Front, die sich zweieinhalb Jahre lang hinzog, sondern es war auch der einzige Kampf, an dem sie als Individuen teilnehmen konnten – wenn nicht in Uniform, dann durch das Sammeln von Geldspenden, durch die Hilfe für Flüchtlinge oder durch endlose Kampagnen, um die eigenen Regierungen unter Druck zu setzen.“

 

PM // 25 Jahre Autonome 1.Mai Demo in Wuppertal

(Den JournalistInnen gewidmet, die nicht nur Presserklärungen der Polizei abschreiben.)

Friendly fire für die Wuppertaler Polizei!

Bei bestem Wetter und leichten Windböen zogen 300-400 FreundInnen des Autonomen 1.Mai im 25 Jubliläumsjahr durch Wuppertal und feierten ein wunderschönes Straßenfest ohne Giraffe auf dem Schusterplatz. Inhaltlich ging es vor allem um den Kampf für ein würdiges Leben ohne Hartz IV, Niedriglohn und Ein Euro-Zwangsdienste und natürlich für eine Bleiberecht für alle. Wegen der massiven, dummen und brutalen Polizeipräsenz fehlte es auch nicht an Parolen und (mehrsprachigen) Gesängen zu Polizeigewalt. Glücklicherweise konnten wir aus dem reichhaltigen Parolenfundus aus 25 Jahren 1.Mai-Geschichte schöpfen.