[Mettmann] Nazitreffen am vergangenen Freitag

Laut der Mobilisierungsseite für den Naziaufmarsch am 29. Januar in Wuppertal fand am Freitag, den 17. Dezember eine Veranstaltung im Raum Mettmann statt. Die Teilnehmer_innenzahl von 40 Leuten ist allerdings wohl – wie gewohnt – mehr als nur stark übertrieben.

Neben dem Wuppertaler Nachwuchsnazi Kevin Koch, hielten dort Manfred Breidbach (stellvertretender Vorsitzender der NPD KV Düsseldorf/Mettmann und Vorsitzender der NPD Düsseldorf), Sven Skoda aus Düsseldorf und Axel Reitz aus Pulheim langweilige Reden.

Nach dem ersten Auftritt zusammen mit Paul Breuer und Axel Reitz in einem Mobilisierungsvideo für das Heldengedenken in München, ist dies der erste öffentliche Auftritt vom Wuppertaler Kevin Koch bei einer Veranstaltung. Zuvor beschränkte er sich auf das Anfertigen von Film- und Fotoaufnahmen von Naziaufmärschen und Gegendemonstrant_innen für das Nazi-Medienportal „medinet|west“.

Nach Darstellung der Naziseite beschäftigte sich Manfred Breidbach in seiner Rede weniger mit der Demonstration in Wuppertal, sondern mehr mit dem Zustand der NPD und dem Verhältnis zwischen Neonazis innerhalb und außerhalb der NPD. Breidbach habe sich in seiner Ansprache „rückhaltlos zum lebensrichtigen Menschenbild des nationalen Sozialismus“ bekannt und sich „deutlich von reaktionären Machenschaften in den Reihen der NPD“ abgegrenzt, freuen sich die Wuppertaler Nazis. „Für ihn und seinen Kreisverband werde es auch im kommenden Jahr eine Selbstverständlichkeit sein, eng mit den „freien Kräften“ der Region zusammenzuarbeiten und eine radikale Politik in Abgrenzung zum System zu praktizieren, ganz gleich was selbsternannte ,Politikfähige’ in der Partei davon halten mögen“, wird Breidbach im Bericht auf der Naziseite zitiert.

Der Düsseldorfer Manfred Breidbach gehört zum bekennenden nationalsozialistischen Flügel der NPD. Beim Naziaufmarsch Ende Oktober in Velbert-Neviges wetterte er gegen eine „multikulturelle Pest“, warnte vor einer „Rassenmischung“ und forderte sein Publikum dazu auf, es solle „bis aufs Blut gegen die Überfremdung kämpfen“ und so „unsere Rasse vor dem Untergang bewahren“. Seine Rede beendete Breidbach mit einem Zitat des NSDAP-Propagandisten Julius Streicher: „Ein Volk, das nicht auf die Reinheit seiner Rasse achtet, geht zugrunde.“

Laut Internetseite der Wuppertaler Nazis soll auf dem geplanten Naziaufmarsch auch Dieter Riefling sprechen. Seit den 1980er Jahren ist er aktiv, baute die Freiheitliche Deutsche Arbeiterpartei (FAP) auf und war dort bis zu ihrem Verbot aktiv. Ebenfalls bis zum Verbot 2001 war er in der Organisation „Blood & Honour“ tätig.
Bundesweit tritt der mehrfach vorbestrafte Dieter Riefling (u. a. wegen Körperverletzung, Fortführung einer verbotenen Organisation, Volksverhetzung und der Verbreitung von Propagandamitteln verfassungswidriger Organisationen), als Ordner, Anmelder und Redner auf Neonazi-Veranstaltungen auf.

Links:

  • D/ME: Neuer Vormann für NS-Fraktion in der nordrhein-westfälischen NPD?
  • weitere Infos über Dieter Riefling
  • Ex-NPDler Andre Hüsgen heuert bei „pro NRW“ an

    von NRW rechtsaußen:

    EN: Ex-NPDler Hüsgen heuert bei „pro NRW“ an

    Ennepetal – Und noch ein Parteiwechsler bei „pro NRW“: Der im vorigen Jahr für die NPD in den Ennepetaler Stadtrat gewählte Andre Hüsgen hat seinen Beitritt zu „pro NRW“ erklärt.

    Hüsgen (38) hatte Mitte September die NPD verlassen.* Versuche der NPD, ihn zu einem Mandatsverzicht zu bewegen, waren ohne Erfolg geblieben.** Er blieb als Parteiloser Mitglied der Stadtvertretung.

    Vor seiner etwa eineinhalbjährigen Mitgliedschaft bei der NPD war Hüsgen rund zehn Jahre bei den „Republikanern“ aktiv, unter anderem als Kreisvorsitzender im Ennepe-Ruhr-Kreis und als Bezirksvertreter in Wuppertal-Oberbarmen.

    Als Stadtrat in Ennepetal war Hüsgen vor allem durch seinen Antrag aufgefallen, einen „Reintegrationsrat“ einzurichten: „Dieses aus Vertretern derzeit in Ennepetal ansässiger ausländischer Volksgruppen zu bildende Gremium dient in Zusammenarbeit mit der zu schaffenden Stelle eines kommunalen Ausländerrückführungsbeauftragten zur Koordination der Rückkehr derzeit hier lebender Ausländer in ihre Heimatstaaten.“

    In der Mitteilung von „pro NRW“ über den Neuzugang wird dessen Engagement bei der NPD oder gar dieser Antrag mit keinem Wort erwähnt. Lediglich auf seine „langjährige kommunalpolitische Erfahrung“ bei den „Republikanern“ wird hingewiesen. (ts)

    * http://nrwrex.wordpress.com/2010/09/17/en-ennepetaler-stadtrat-verlasst-die-npd/

    ** http://nrwrex.wordpress.com/2010/09/19/en-npd-umschleimt-ausgetretenen-stadtverordneten-husgen-%e2%80%93-und-will-vor-allem-das-ratsmandat-zuruck/

    und

    http://nrwrex.wordpress.com/2010/09/19/en-npd-umschleimt-ausgetretenen-stadtverordneten-husgen-%e2%80%93-und-will-vor-allem-das-ratsmandat-zuruck/

    Neonazis kündigen für den 29. Januar eine Demonstration in Wuppertal an

    Unter dem Motto „Es ist immer ein Angriff auf uns alle! Gegen Antifaschismus und linke Gewalt!“ wollen Nazis am Samstag, den 29. Januar 2011 eine Demo in Wuppertal-Elberfeld durchführen. Laut Internetseite der Nazis ist der Startpunkt der Demo um 12 Uhr am Wuppertaler Hauptbahnhof. Gerade in Wuppertal sei es für „Nationalisten“ kaum noch möglich, „legales Informationsmaterial zu verbreiten, ohne sich gewalttätigen Übergriffen des linken Mobs ausgesetzt zu sehen“, heißt es in einem Aufruf, der seit heute im Netz verbreitet wird. Für das Impressum zeichnet der Nachwuchsnazi Kevin Koch mit der Adresse Clausewitzstr. 5 in 42389 Wuppertal verantwortlich, der neben dem Wuppertaler Fabian Mayer für das rassistische und NS-veherrlichende Nazi-Medienportal „medinet|west“ aktiv ist.

    Die Nähe zum Befreiungs- und Gedenktag von Auschwitz dem 27. Januar und zum 30. Januar, dem Jahrestag der Machtübergabe an die Nazis 1933, ist eine zusätzliche Provokation, die wir nicht hinnehmen werden.

    Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!

    Weitere Infos in Kürze!

    *UPDATE*

    Die VVN-BdA lädt für morgen, 15.12. um 19:00 in die „Alte Feurwache“ (Gathe 6 – 42105 Wuppertal) zu einem ersten Treffen wegen des Naziaufmarsches am 29.01.2011 in Wuppertal ein.

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    Inzwischen wurde das Impressum geändert. Jetzt zeichnet der wegen Körperverletzung vorbestrafte Kölner Paul Breuer verantwortlich.
    Anmelder der Nazidemo ist – der ebenfalls vorbestrafte Kölner – Axel Reitz.

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    Die ersten Vorbereitungstreffen haben bereits stattgefunden.

    Es hat sich ein großes Bündnis unter dem Namen „Wuppertal gegen Nazis“ gebildet. Das nächste Treffen ist am 4. Januar 2011 um 19:00 Uhr im ADA (1. Etage ) Wiesenstrasse/ Ecke Gathe in Wuppertal-Elberfeld.

    Am 29. Januar gibt es eine Bündnis-Dauerkundgebung ab 10:30 Uhr an der Schwebebahnstation Döppersberg/ Alte Freiheit.

    Angedacht ist auch eine kollektive Besichtigung des Hauptbahnhofes ab 11:30 Uhr. Dazu soll es eine gemeinsame organisierte Zuganreise aus den Städten geben.

    Desweiteren finden vom 27. bis 29. Januar Antifa-Actiondays statt. Eine Vorabend-Demo und eine Gedenkveranstaltung in Vohwinkel zum Holocaust-Gedenktag am 27.1 ist in Vorbereitung.

    Gefunden: Naziprozess in Wuppertal

    Die Westdeutsche Zeitung berichtet in ihrer Ausgabe am 03. Dezember folgendes:

    Streit in der Rechten Szene endete mit Bewährung

    von Nicole Bolz

    Fünf zum Teil bewaffnete Männer stürmten 2009 eine Wohnung in Vohwinkel

    Wuppertal. Es waren schwere Vorwürfe, wegen derer sich gestern fünf Männer im Alter zwischen 19 und 30 Jahren vor dem Amtsgericht verantworten mussten. In den frühen Morgenstunden des 28. Februar 2009 sollen sie laut Anklage in die Wohnung einer Bekannten in Vohwinkel gestürmt sein, in der sich neben der Mieterin noch drei weitere Männer befanden. Während zwei der Angeklagten zwei der Männer in Schach hielten, traten und prügelten die anderen drei auf einen schlafenden und stark alkoholisierten Mann – zum Teil mit Baseballschläger und einem Besenstiel – ein. Das Jugendschöffengericht verurteilte sie zu Bewährungsstrafen zwischen sechs und zehn Monaten sowie in einem Fall zu zwei Wochen Dauerarrest. Zwei Urteile sind rechtskräftig.
    Eines der Opfer wurde im Januar zu mehr als sechs Jahren Haft verurteilt

    Die Angeklagten – sie sollen, wie auch die mutmaßlichen Opfer, alle der rechten Szene angehören – räumten die Taten gestern weitgehend ein. Um eine politisch motivierte Tat handelte es sich jedoch nicht. Vorangegangen war ein Streit um die Ex-Freundin eines Angeklagten, bei dem er selbst Prügel kassierte. Mit der Aktion wollte er sich dafür rächen.

    Als „üble, brutale Tat“ in den „Kreisen Gleichgesinnter“ wertete das Gericht gestern den Überfall, bei dem nur mit Glück nichts „Schlimmeres“ passiert sei, so das Gericht. Eines der Opfer, saß Anfang des Jahres selbst auf der Anklagebank. Wegen gefährlicher Körperverletzung wurde er vom Landgericht zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren und zwei Monaten verurteilt. Er hatte im Jahr 2008 einem 20-Jährigen den Schädel gebrochen. Er sitzt in dieser Sache derzeit in Haft und wurde für seine Zeugenaussage gestern vorgeführt.